brauchen Informationskompetenz – fürs Lernen und fürs Leben. Diese Website will den Begriff der Informationskompetenz durch aktuelle Kurzberichte mit Leben erfüllen und so zu seiner Verbreitung in Schule und Bibliothek beitragen.
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Weshalb man sich oft den Mythos statt der Wahrheit merkt
Eine der Lieblingsvorstellungen von Pädagogen (und Lernern) lautet: Aus Fehlern kann man lernen. Dass dieser Glaubenssatz in die Irre führen kann, zeigt eine Untersuchung des Sozialpsychologen Norbert Schwarz von der University of Michigan. Er untersuchte die Wirkung eines Merkblatts zum Thema „Grippeimpfung“, auf dem falschen Mythen klare Fakten gegenüber gestellt worden waren. So stand beispielsweise unter der richtigen Aussage „Nicht jeder kann sich gegen Grippe impfen lassen“ (denn bei bestimmten Allergien ist sie ungeeignet) die Falschinformation „Nur Senioren benötigen die Grippeimpfung“.
Schon eine halbe Stunde nach der Lektüre des Merkblatts hielten vor allem ältere Testpersonen einige der Mythen für wahr. Drei Tage später war der Anteil der „Falschmerker“ deutlich gestiegen. Bei Älteren, die das Flugblatt nicht nur einmal, sondern dreimal gesehen hatten, stieg der Anteil der Fehlinterpretationen sogar auf 40 Prozent. Das Flugblatt – so Schwarz – habe also genau das Gegenteil des beabsichtigten Ziels erreicht.
Als sichere Alternative zur Gegenüberstellung von Mythos und Wahrheit empfiehlt Schwarz, Mythen, die man ausräumen möchte, gar nicht mehr zu erwähnen. Man neige nämlich dazu, auch falsche Informationen, wenn man sie öfter hört, für bare Münze zu nehmen, nach dem Motto: „Das habe ich schon mal gehört, das muss stimmen.“ Die beste Impfung gegen Irrglauben ist, nur den richtigen Glauben zu verbreiten…