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Bestseller umsonst

E-Reader verändern den Buchmarkt

Die Topseller auf dem amazon-Lesegerät „Kindle“ sind kostenlos zu haben. Wie Motoko Rich (NYT, 22.1.2010) berichtet, standen die religiösen Thriller „Cape Refuge“ und „Southern Storm“ von Terri Blackstock Mitte Januar 2010 auf den ersten beiden Plätzen der Kindle-Bestseller-Liste. Dabei sind es streng genommen gar keine Best-„Seller“, denn beide Titel konnte man zu der Zeit umsonst herunterladen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: Mehr als die Hälfte der Titel für den Kindle gibt’s zum Nulltarif, darunter natürlich auch einige Rechte-freie ältere Titel wie Jane Austens „Pride and Prejudice“.

Das Motiv für den Umsonstvertrieb von zeitgenössischen Autoren: Die Verlage hoffen, damit unbekannte Autoren bekannt zu machen. Sobald sie es sind, kann man den Lesern für die nächsten Titel Geld abnehmen. Ein Roman der Jugendbuchautorin Maureen Johnson wurde vom Verlag drei Wochen lang für 0 Dollar vertrieben und damit auf Rang 3 der Bestseller-Liste gepuscht. Zum 1. Februar kommt der Folgeband – dann aber natürlich zum vollen Preis. Die Geräte-Hersteller verfolgen dieselbe Grundidee der kostenlosen Titel als Werbemittel, denn auch sie verdienen zunächst gar nichts daran. Aber je mehr Titel es überhaupt für die Geräte gibt, umso interessanter werden sie für potenzielle Käufer.

Noch gibt es viele Verlage, die mit ihren etablierten Autoren beim Vertrieb auf elektronischen Weg eher auf die Bremse treten und Verluste im Print-Geschäft befürchten. Aber vielleicht wird das schon morgen anders sein. Durch den neuen i-pad von Apple, der ja unter anderem auch als e-reader genutzt werden kann, dürfte der Druck auf die Verlage und Autoren noch größer werden, ihre Inhalte günstig oder gar kostenlos abzugeben.

Quelle: Bericht von Motoko Rich in der New York Times (22.1.2010)
Bild:  Cover von Terri Blackstock: Cape Refuge; Bildquelle: amazon-Website

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