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Mensa statt Bibliothek?

Schulische Ganztagsangebote werden erst durch Schulbibliotheken eine runde Sache

Durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre und die damit verbundene Erhöhung der Wochenstundenzahl pro Schuljahr gibt es in Niedersachsen einen verstärkten öffentlichen Druck, in den Schulen Essensangebote einzurichten. Schulen beginnen damit zu werben, dass sie ihren Schülern eine Mensa oder ein anderes gut ausgebautes Essensangebot machen können. Nur selten dagegen ist von der Einrichtung von Schulbibliotheken die Rede, obwohl gerade diese ideal zur sich abzeichnenden Ganztagsschule passen. Sie schaffen nämlich Raum und Anregung für selbstständiges und projektorientiertes Arbeiten ebenso wie für entspanntes Lesen.

Zur Finanzierung könnten teilweise Fördermittel des Bundes herangezogen werden, die im Rahmen des Projekts „Zukunft Bildung und Betreuung“ für Ganztagsschulen bereitgestellt werden. Denn zentrale Qualitätskriterien, die dort für gute Ganztagsschulen angeführt werden, sind durch Schulbibliotheken besonders gut zu erfüllen. Dazu gehören die „individuelle Förderung und Eröffnen von Lernchancen durch eine Pädagogik der Vielfalt“ sowie die „Veränderung von Unterricht und Lernkultur durch Verknüpfung von Unterricht, Zusatzangeboten und Freizeit über Vor- und Nachmittag“.

Eine niedersächsische Schule, die sich mustergültig bemüht, ein Bibliotheksangebot als Teil des Ganztagsschulkonzepts zu entwickeln und zu pflegen, ist das Gymnasium Salzgitter Bad. Dort ist die Schulbibliothek unter anderem auch Anlaufstelle für die Hausaufgabenbetreuung und für Arbeitsgemeinschaften. Man kann sich nur wünschen, dass das Beispiel Salzgitter andernorts Schule macht.