Weniger Geld leihen!
Die meisten Wirtschaftsnachrichten bleiben Schülern unverständlich
Nettolohn, Schwellenland, Arbeitslosengeld 1: Für viele Schüler ist das ökonomische Fachvokabular schlicht eine Fremdsprache. Das hat eine Befragung ergeben, die das Institut für empirische Medienforschung (IFEM) im Auftrag der deutschen Industrie- und Handelskammern mit 145 Kölner Schülern durchführte, darunter 50 Hauptschüler der letzten Klasse sowie 95 Kollegschüler, die sich auf das Abitur oder die Fachhochschulreife vorbereiteten.
Nur der Film der Kinderkanal-Nachrichtensendung "Logo!" zum Thema "Haushalt 2008" sei zu 100 Prozent verständlich gewesen. Der Trick: Fachvokabular wurde systematisch vermieden. Es blieben nur "Finanzminister", "Geld", "Schulden", "Staatskasse". Dazu zeigte ein Videoclip Peer Steinbrück, der einen mit "Staatskasse" beschrifteten Karton umklammerte und mittels Sprechblase erklärte: "Weniger Geld leihen!"
Und die Moral von der Geschicht? Zum einen sollte die Schule natürlich mehr Wirtschaftswissen vermitteln und dabei auch den Schüler-Wortschatz über die vier zitierten "Logo!"-Wörter hinaus erweitern. Zum anderen aber zeigt sich, dass bei der Darstellung von Sachverhalten ein schlichter Wortschatz und eine anschauliche Bebilderung gute Dienste leisten, wenn man möglichst viele erreichen will.
