Schnell abschreiben, kaum überprüfen
Journalisten machen's auch nicht besser als Schüler
Schüler geben sich bekanntermaßen schnell mit den nächstliegenden Internetquellen zufrieden, wenn sie für Hausaufgaben und Referate recherchieren. Aber auch bei gestandenen Journalisten ist das kaum anders, wenn sie für ihre Berichte online auf Informationssuche gehen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM), die am 23. Juni 2008 anlässlich einer Fachtagung in Berlin vorgestellt wurde.
Die Online-Recherche nimmt im journalistischen Alltag breiten Raum ein, was an sich kein Manko ist. Aber sie erstreckt sich vor allem auf die Angebote anderer Medien (wie Spiegel online) sowie auf die drei großen Internet-Quellen Google, Yahoo und Wikipedia. Dagegen werden Hintergrundquellen wie die Websites von Ministerien kaum angesteuert. Der Leiter der Studie "Journalistische Recherche im Internet", Prof. Dr. Marcel Machill von der Universität Leipzig: "Computergestützte Recherche macht es den Medienschaffenden noch einfacher, schnell nachzuschauen, was die Kollegen zu einem aktuellen Thema erarbeitet haben." Dagegen werden so gefundene Informationen nur selten an weiteren, besonders verlässlichen Internetquellen auf ihre Richtigkeit überprüft.
Die LfM-Studie empfiehlt als eine Gegenmaßnahme die Förderung des Dokumentationsjournalisten als Berufsbild. Auch müsse Recherchekompetenz bei der journalistischen Aus- und Fortbildung verstärkt in den Fokus gerückt werden.
Zur Pressemitteilung der LfM
