Schulverlag gegründet
Ein Brandenburger Gymnasium vermarktet die Hausarbeiten seiner Schüler
Seit Jahren schreiben Schüler Haus- und Facharbeiten – und keiner liest sie, außer dem Lehrer. Das soll jetzt im brandenburgischen Dallgow-Döberitz nahe Berlin anders werden. Wie die „Märkische Allgemeine“ am 22. Oktober 2008 berichtet, haben Schüler des dortigen Marie-Curie-Gymnasiums einen eigenen Schulverlag gegründet, der besonders gelungene Werke der Schüler in 200 Exemplaren verbreiten will. Die Bücher sollen eine ISBN erhalten und über das Internet bestellbar sein.
Der Initiator des Schulverlags ist selbst noch Schüler, es gibt elf feste Mitarbeiter aus der Schülerschaft. Den Schwerpunkt des Verlagsprogramms sollen natur- und geisteswissenschaftliche Facharbeiten bilden. Das erste Werk soll im Dezember 2008 erscheinen, eine 186-seitige Hausarbeit über den russischen Maler Alexej von Jawlensky. Der Schulverlag rühmt sich, schon 87 Sponsoren gefunden zu haben, die moderne Kopierer, professionelle Bindeautomaten und teure Druckmaschinen gespendet haben. Der Verlag selbst ist als genossenschaftlich orientierte Aktiengesellschaft konzipiert, Schüler und Lehrer können Verlagsanteile zu fünf, zehn, 20 oder 50 Euro erwerben, für Interessenten von außen gibt es die Möglichkeit, Förder-Anteile zu je 100 Euro zu erwerben.
So erfreulich die Initiative der Schüler ist, bleibt doch die Frage, ob eine echte redaktionelle Betreuung der Veröffentlichungen durch das Schülerteam möglich ist, denn nur sie kann die Qualität des Endprodukts sichern. Eine wichtige persönliche Erfahrung wird der Schulverlag für die Beteiligten aber auf alle Fälle.
Bild: alte Druckpresse
Quelle: Pictura Paedagogica Online
