brauchen Informationskompetenz – fürs Lernen und fürs Leben. Diese Website will den Begriff der Informationskompetenz durch aktuelle Kurzberichte mit Leben erfüllen und so zu seiner Verbreitung in Schule und Bibliothek beitragen.
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Online-Journalismus muss Zeitungen nicht überflüssig machen
Viele Tageszeitungen unternehmen erhebliche Anstrengungen, um junge Leute, insbesondere Schüler, zu Zeitungslesern zu machen. Ihre Sorge ist, dass sie zugunsten des Internets und des Online-Journalismus ganz auf das gedruckte Wort verzichten und damit die Zukunft der Zeitung gefährden. Jetzt hat Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag, 23.01.2009, S. 35) erläutert, worin auch künftig die Stärke der gedruckten Zeitung bestehen könnte.
Für die kurzfristige Aktualität sei der Online-Journalismus das Modell der Zukunft. Das Netz sei schneller als jedes andere Medium. „Ihm auf diesem Feld mit einem gedruckten Produkt Konkurrenz zu machen, hat einfach keinen Sinn.“ Die gedruckte Zeitung sei dagegen ein episches Medium. Sie berichte ausführlich narrativ, sie dürfe etwas Großes aus einer Kleinigkeit heraus erzählen, sie müsse eine Meinung haben, Positionen entwickeln und den Mut, sie auch zu vertreten. „Sie orientiert im Strom der Nachrichten, der durchs Netz fließt.“
Meckel sieht als Entwicklung ein enges Zusammenspiel von Online- und Offline-Angeboten der Zeitungsredaktionen voraus. Die Aktualität werde durch „Newsrooms“ bearbeitet, die für verschiedene Medien und Produkte tätig sein können. Der Wettbewerbsvorteil der Zeitung entstehe durch Teams von exzellenten Rechercheuren und Autoren, die die Welt entdecken und beschreiben können. „Und bei den richtig spannenden, investigativen Geschichten können die ‚Teaser‘ im Netz stehen, um die Nutzer und Leser neugierig zu machen und Diskussionen zu entfachen. Die ganze Geschichte folgt im Blatt, umfassend und so erzählt, dass man nicht mehr aufhören kann zu lese, bevor die letzte Zeile erreicht ist.“
Ohne es selbst anzusprechen, deutet Meckel damit zugleich das Wissenspotenzial an, das die Zeitungsartikel den Online-Berichten voraus hätten. Gründlich recherchiert und sorgfältig geschrieben, können Zeitungsartikel im Unterschied zu Kurzmeldungen im Internet über den Tag hinaus hilfreiche Informationsquellen über das Zeitgeschehen und über Fortschritte in Wissenschaft und Technik sein, auch und gerade für Schüler, die derlei für Referate und Facharbeiten gut gebrauchen können. Die Nutzung als nachhaltig wirkende Informationsquelle verlangt allerdings wiederum Online-Hilfe – für die Bereitstellung der ehemalig exklusiven Print-Artikel in elektronischen Zeitungs-Archiven.
Zum Artikel von Miriam Meckel
Bild: das neue Gebäude der New York Times; Bildquelle: Artikel über New York Times in der englischsprachigen Wikipedia