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Wer prüft die Lernsoftware?

Bildungsmedien-Preise digita 2009 vergeben

Auf der Bildungsmesse didacta sind am 11. Februar 2009 zwölf digitale Bildungsmedien mit dem Deutschen Bildungsmedien-Preis „digita“ ausgezeichnet worden. Drei Preise wurden in der Kategorie „Allgemeinbildende Schulen“ vergeben, ein Kinderreiseführer für die Grundschule, ein Englisch-Workbook mit Audio-CDs und Lernsoftware für die Klassen 5-10 und ein Programm „Gegen Antisemitismus“ für die Jahrgänge 11-13. 

Die Preise werden jährlich vom Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft an der TU Berlin, der Stiftung Lesen und der Zeitschrift Bild der Wissenschaft verliehen. Fünfzig Fachgutachter prüfen die eingereichten Lernsysteme, Medienpakete, Computerprogramme und Online-Angebote, eine achtköpfige Jury wählt letzten Endes die Gewinner. Gewürdigt werden Produkte, die sich durch „herausragende Pädagogik und Didaktik, optimale Nutzung des Computers sowie überzeugende graphische und technische Gestaltung auszeichnen“.

Das Kriterium „herausragende Pädagogik und Didaktik“ wirkt schon in seiner Formulierung hilflos. Die Schulpraxis ist in der Jury überhaupt nicht vertreten. Und von „Endnutzern“, also zum Beispiel Schülern, als Gutachtern oder Testern ist erst recht nicht die Rede. Der Sinn des Preises? In einer Presseklärung heißt es, der Preis solle „den Käufern […] eine bessere Orientierung bieten“. Im Klartext: Der Preis dient zur Vermarktung.

Ob der Preisträger mit einem ausgezeichneten Produkt dann wirklich Umsatz macht, entscheidet zum Glück noch immer der Endnutzer. Womit wir beim informationskompetenten Schüler sind, der die Lernsoftware lieber gründlich prüfen sollte, statt nach dem (Bildungsmedien-) Preis zu gehen.

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Bild: digita-Logo; Quelle: Website der Stiftung Lesen