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Die lila Plakette

Viele Quellen und eine Website tragen zu Aprilscherz-Erfolg bei

Aprilscherze sind ein guter Testfall für Informationskompetenz, besonders wenn sie von den Medien verbreitet werden. Denn um zu funktionieren, müssen sie glaubhaft erscheinen. In diesem Jahr ist das bei einer Meldung offenbar besonders gut gelungen, die von Radiosendern verbreitet wurde: Es solle eine neue „lila Plakette“ eingeführt werden, ein Aufkleber nur für Frauen und gegen den Missbrauch von Frauenparkplätzen in Innenstädten durch Männer.

Der dahinter stehende tatsächliche Missstand half der Meldung ebenso zum Erfolg wie die Verbreitung über insgesamt 28 Radiosender bundesweit. Das zeitgemäße I-Tüpfelchen in punkto Glaubwürdigkeit war die extra eingerichtete Website www.lilaplakette.de , auf der man sich angeblich näher über die Plakette informieren konnte. Wer jetzt die Website aufruft, dem verrät sie unter der Überschrift „April, April“, dass alles nur ein Scherz war.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, war der Plaketten-Scherz ein voller Erfolg, denn Tausende von Hörern riefen bei den Sendern an, um mehr zu erfahren. Und manche Bürgerbüros stiegen auf den Scherz ein und baten die Radiosender, ihnen Plaketten nachzuliefern, weil sie vergriffen seien.

Die Radiosender, die ja für ihre Nachrichten Glaubwürdigkeit beanspruchen, versprachen ihren Hörern auf der Plaketten-Website 364 aprilscherzfreie Radiotage. Der informationskompetente Radiohörer sollte aber lieber bei der skeptischen Grundhaltung bleiben und bei Zweifeln künftig verstärkt zusätzliche Informationsquellen heranziehen.
 
Zum Bericht der Bild-Zeitung über die lila Plakette (1. April 2009)

Bild: lila Plakette; Bildquelle: Aprilscherz-Website zur lila Plakette