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Keine Jobangebote für Analphabeten

Zeitarbeitsfirma lehnt leseunkundigen Lübecker ab

Lesen können mag für Topjobs zu wenig sein. Aber schon Hilfsarbeiter müssen diese Basiskompetenz mitbringen, sonst will sie keiner beschäftigen. Diese Erfahrung hat jetzt nach einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“ (vom 9. April 2009) Thomas Stephan gemacht. Der Lübecker hatte viele Jahre in verschiedenen Berufen als angelernter Arbeiter sein Geld verdient, unter anderem als Dachdecker und Maurer sowie in der Landwirtschaft, obwohl er nur seinen eigenen Namen schreiben kann.

Als er jetzt bei einer Zeitarbeitsfirma in den Mitarbeiter-Pool aufgenommen werden wollte und sich zu seinem Analphabetismus bekannte, wurde seine Bewerbung abgelehnt. Die Begründung: Man stelle keine Analphabeten ein, da diese die Sicherheitsvorkehrungen und Hinweise auf zu bedienenden Maschinen nicht lesen könnten. Gewerkschaften und Sozialverbände beklagen die pauschale Zurückweisung des Bewerbers, raten ihm aber auch, Lesen und Schreiben zu lernen. Dafür fühlt sich der 42-Jährige aber zu alt. Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung schätzt die Zahl der funktionalen Analphabeten in Deutschland auf mehr als vier Millionen.

Zum Bericht der „Lübecker Nachrichten“ (9. April 2009)

Bild: Logo des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (Ausschnitt)
Quelle: Website des Bundesverbandes