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Idealer Ort für Zufallsfunde

Malcolm Gladwell bricht eine Lanze für die Bibliothek

Die Verteidiger von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken wirken im Zeitalter von Web 2.0 und Wikipedia oft wie Hinterwäldler. Umso bemerkenswerter ist es, wenn ein Zeitgeist-Trendsetter ein neues Argument für die gute alte Bibliothek in den Ring wirft, in diesem Fall der US-amerikanische Sachbuchautor Malcolm Gladwell. Er entwickelte in seinen drei Büchern „Tipping Point“, „Blink“ und „Outliers“ in den vergangenen Jahren Erklärungen für menschliches Verhalten im Allgemeinen und den Erfolg von Ideen, Produkten und Personen im Besonderen und überzeugte weltweit viele Leser.

Nun wollte Jürgen von Rutenberg für das ZEIT MAGAZIN (Nr. 23/ 28.05.2009, S. 12 hier auch online) von ihm wissen, wo er auf seine Ideen komme, eher im Internet oder in der Bibliothek. Seine Antwort: in der Bibliothek. Das liege daran, dass er nicht unbedingt wisse, was er suche, wenn er in die Bibliothek gehe, und auf Zufallsfunde hoffe. Auf Google-Suche könne man nicht ohne klares Ziel gehen, denn Google sei dafür zu gut organisiert. Im Vergleich sei die Bibliothek dagegen „ein wunderschön unorganisierter Raum“.

Daraus lässt sich ein guter Rat für alle Bibliotheksnutzer gewinnen, die ebenso erfolgreich wie Malcolm Gladwell sein wollen, Schüler eingeschlossen: Wenn ihr auf gute Ideen kommen wollt, geht in die Bibliothek. Ihr braucht die guten Ideen nicht schon vorher zu haben, denn die Bibliothek hält Zufallsfunde für euch bereit!

Foto: Malcolm Gladwell; Quelle: Wikipedia