Schüler

brauchen Informationskompetenz – fürs Lernen und fürs Leben. Diese Website will den Begriff der Informationskompetenz durch aktuelle Kurzberichte mit Leben erfüllen und so zu seiner Verbreitung in Schule und Bibliothek beitragen.

Kein Geld für Inhalte

Paul Graham widerspricht der Urheberrechts-Lobby

Werden die Leser von morgen für ihren Lesestoff Geld bezahlen? Verleger, Autoren, Journalisten machen sich Sorgen um ihren Beruf, seitdem das Internet aktuelle Informationen, aber auch ganze Bücher kostenlos zugänglich macht und dies in Zukunft noch mehr tun wird, nicht zuletzt dank Google. Dabei stellen sie sich gern als „Inhaltslieferanten“ dar und meinen damit, dass sie für den eigentlichen Mehrwert des bedruckten Papiers verantwortlich sind. Daraus leiten sie ihren Anspruch auf Urheberrechtsschutz her – und vor allem den auf angemessene Bezahlung.

Jetzt hat der amerikanische Software-Entwickler und Internet-Vordenker Paul Graham in seinem Blog die Grundidee der Print-Lobby in Frage gestellt, nämlich dass bisher für Inhalte bezahlt worden sei. Nach dieser Logik hätte ein gutes Buch mehr als ein schlechtes kosten müssen. Statt dessen berechneten Buchverleger den Preis nach den Produktions- und Vertriebskosten. Für sie seien die Wörter im Buch etwa mit den Motiven vergleichbar, die ein Textilfabrikant auf den Stoff drucken lässt.

Für die Zukunft der traditionellen Verleger sieht Graham schwarz, da ihnen mit dem Buch bzw. der gedruckten Zeitung die Geschäftsgrundlage verloren gehe. Für Inhalte „pur“ sei der Markt sehr klein. Grundsätzlich sieht er für die „Inhaltslieferanten“ nur zwei zukunftsträchtige Lösungen: Inhalte kostenlos abgeben und daraus indirekt Einnahmen erwirtschaften, etwa durch Werbung. Oder die Inhalte in Gegenstände umsetzen, für die die Menschen zu zahlen bereit sind. Wie solche Gegenstände aussehen könnten, weiß auch Paul Graham nicht.  Aber er ist optimistisch, dass sie kommen werden. Vielleicht gibt es sie ja auch schon, und es hat noch keiner gemerkt…

Artikel von Paul Graham

Foto von Paul Graham; Quelle: Wikipedia