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Wörter als Wissensspeicher
Abwrackprämie ist Wort des Jahres 2009
Wissen wird in Wörtern greifbar. Ein schönes Beispiel ist das Wort des Jahres, das alljährlich von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gekürt wird. Für das Jahr 2009 macht „Abwrackprämie“ das Rennen. Dieser Ausdruck stand ursprünglich für konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zur Ankurbelung des Autoverkaufs. Er sei seit Anfang des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent gewesen und habe sich weit über die gemeinten Maßnahmen in zahlreichen Zusammenhängen verbreitet, heißt es in der Pressemitteilung der Gesellschaft für deutsche Sprache vom 18. Dezember 2009.
Die weltweite Wirtschaftskrise hat in der Liste der zehn wichtigsten Wörter weitere Spuren hinterlassen. Dabei geht es immer um staatliche Gegenmaßnahmen: „Bad Bank“ landet auf Rang 4, „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ auf Rang 9, und den Abschluss auf Rang 10 bildet ein ganzer Satz: „Haste mal 'ne Milliarde?“ In ironischer Weise werde damit das im Rahmen der Finanzkrise üblich gewordene Reden über Geldbeträge von Milliarden mit der in Fußgängerzonen oder Bahnhofseingängen häufig zu hörenden Frage verschmolzen, die bereits in Zeiten der D-Mark in der Form »Haste mal ’ne Mark?« bekannt war und in der Form »Haste mal ’nen Euro?« später noch Verbreitung fand.
Die Wörter des Jahres bieten ein ideales Übungsfeld für die Informationskompetenz bei Schülern. Die neuesten sind der miterlebten Gegenwart der Schüler entnommen und legen dank der reichlich vorhandenen aktuellen Quellen eine vertiefende Recherche in elektronischen Medien nahe. Die älteren dagegen bieten Anlass zum Heranziehen einer breiteren Palette von Quellen, darunter die klassischen Printmedien. Das erste Wort des Jahres wurde 1971 ermittelt und hieß „aufmüpfig“, und zu den Mitbewerbern gehörte „Nostalgie“ – ein Gefühl, das uns Ältere beim Durchsehen der alten Listen zwangsläufig befällt.
Bild: Logo der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS); Quelle: Website der GfdS

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