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Worauf es beim Buch ankommt

Craig Mod sieht im iPad einen Meilenstein

Noch ist das Lesegerät iPad, der große Bruder des iPhones, gar nicht beim Leser angekommen. Doch schon gibt es erste Stimmen, die in dem neuen Gerät von Apple einen würdigen Nachfolger des gedruckten Buchs sehen, zumindest in manchen Bereichen. Der Schriftsteller, Designer, Verleger und Entwickler Craig Mod setzt sich in einem Beitrag seines Internet-Journals vom März 2010 mit der Beziehung zwischen Inhalt und Form beim Buch auseinander, um die Bedeutung des iPads zu erfassen.

Die Form des (gedruckten) Buchs werde überbewertet, da sie in den meisten Fällen keinen Beitrag zur Bedeutung des Buches leiste. Deshalb seien die bereits seit längerem vorhandenen digitalen Formen der Veröffentlichung der gedruckten Buchform eigentlich gleichwertig und vor allem eine Frage des Wandels in den Nutzergewohnheiten. Schon Computer-Bildschirme und erst recht Lesegeräte wie das Kindle erlaubten es, Wegwerfbücher, die man nur einmal durchlese, genauso gut oder besser in digitaler Form zu konsumieren. So müssten weniger tote Bäume um die Welt geflogen werden, sagt er in Anspielung an den ökologischen Mehrwert der digitalen Verbreitung von Buchinhalten.

Das iPad bringt nun nach Craig Mod aufgrund seines Formats und der vom iPhone bekannten Möglichkeit des intuitiven Ein- und Auszoomens eine neue Qualität in die digitale Welt, da es erlaubt, auch diejenigen Bücher in genauer Entsprechung zu reproduzieren, deren Doppelseitengestaltung bedeutungstragend ist, bei denen also die Anordnung von Text und Bildern auf der Seite sinnstiftend wirkt. Mod nennt das „definite content“ im Unterschied zum „formless content“. Aber seiner Ansicht nach wäre es schade, wenn das iPad sich auf die 1-zu-1-Reproduktion des gedruckten Schriftbildes beschränkte. Der Textfluss müsste jetzt eigentlich gar nicht mehr in seitengroße Happen aufgeteilt werden. Man könnte stattdessen das Buchlayout auf der horizontalen Ebene auf Kapitelabschnitte ausrichten und innerhalb des Kapitels den Lesefluss vertikal ablaufen lassen, also „scrollen“.    

Aber auch für das gedruckte Buch sieht Craig Mod noch einen Platz. Immer dann, wenn die materielle Seite des Buchs wichtig ist und es dauerhaft wirken soll, habe es weiterhin seinen Platz – und einen unersetzlichen obendrein. Das gedruckte Buch wird gleichsam zur Leinwand, auf der sich Künstler verwirklichen, eine Skulptur für Ideen und Gedanken.

Zum Artikel von Craig Mod

Abbildung: Vorführung eines Pop-up-Buches als Beispiel eines gedruckten Buches mit Zukunft auch nach dem iPad
Bildquelle: Wikipedia

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