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Prüfen und Korrigieren

Ombudsmänner der Leser stellen richtig, was gestern falsch in der Zeitung stand

Nicht alles Gedruckte ist sachlich richtig – das gilt erst recht für die Tagespresse, deren Mitarbeiter oft unter großem Zeitdruck recherchieren, schreiben und redigieren. Aber die unvermeidlichen Falschmeldungen werden nur gelegentlich korrigiert. Eine britische Tageszeitung, der "Guardian", macht da eine mustergültige Ausnahme: Sie veröffentlicht täglich eine Kolumne mit „Corrections and clarifications“, die sachliche Irrtümer und sinnentstellende Druckfehler zeitnah berichtigt.

Seit November 1997 wirkt Ian Mayes als „Readers’ editor“ oder Ombudsmann der Leser, indem er deren Hinweise auf Fehler und Mängel aufgreift und in der Zeitung selbst bekannt macht. Dabei geht es letzten Endes um das Eigeninteresse der Zeitung, um Glaubwürdigkeit als Kapital der Printmedien: „Running corrections is a positive first step in building trust between news organizations and the public. It is both an admission of fallibility and an act of good faith.“ www.newsombudsmen.org/prez.htm

Diese Einschätzung teilt Ian Mayes mit den Ombudsmännern von vielen Nachrichtenmedien weltweit, darunter vor allem US-amerikanische Zeitungen, aber auch „Le Monde“ in Frankreich oder „De Volkskrant“ in den Niederlanden. Mayes ist der Vorsitzende ihres Interessenverbandes, der „Organization of News Ombudsmen“ (ONO). Noch ist keine deutsche Zeitung oder Fernsehanstalt auf der Liste der „Ombudsman columns“ verzeichnet…