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Dichtung und Wahrheit

Ein Sachbuch, das keines ist, kommt den Verlag teuer zu stehen

Gründliche Recherche lohnt sich – aber nicht für alle. Die Rechercheure des Internet-Dienstes „The Smoking Gun“ sind dem angeblichen Sachbuchautor James Frey auf die Schliche gekommen, der seine kriminelle Lebensbeichte "A Million Little Pieces" in weiten Teilen frei erfunden hatte.

Zum Bericht der "Smoking Gun"

Im September 2006 hat sich deshalb der Verlag des Werkes bereit erklärt, die Leser, die das Buch im falschen Glauben an einen Tatsachenbericht gekauft hatten, zu entschädigen.

Zum Bericht der „Washington Post“

Schon im Februar 2006 veröffentlichte Random House, der Buchverlag von Bertelsmann, eine Stellungnahme des Autors, die deutlich macht, wie literarische Erfordernisse die Wirklichkeitsdarstellung prägten: In the author's note, Frey apologizes for having "embellished many details about my past experiences" and explains he did so, because he "wanted the stories in the book to ebb and flow, to have dramatic arcs, to have the tension that all great stories require." He lists some of the altered events including his role in a train accident, in which he admits he was not directly involved, but was "profoundly affected by." Overall, he describes his characterization of himself and his story as a "subjective truth, altered by the mind of a recovering drug addict and alcoholic ... and one that I could not have written without having lived the life I've lived."

Nach der Darstellung im Newsletter 10/2006 der Website www.sachbuchforschung.de hatte Frey seine „Million Little Pieces“ erst als Roman veröffentlichen wollen – aber kein Verlag war interessiert. Erst die Umbenennung in einen Tatsachenbericht brachte den Durchbruch.